Hedgefonds: Profitool oder Teufelszeug

Hedgefonds sind in die Diskussion und in die Kritik geraten. Als zu riskant und undurchsichtig werden sie von vielen Fachleuten als unbrauchbare Investmentvehikel abgetan. Fürsprecher der Produkte hingegen betonen, dass es zwar vereinzelt schlechte Fonds gebe, dass die Masse der Produkte aber unbestritten zu einem besseren Portfolioergebnis taugen würde. In der Tat gibt es kaum widerlegbare Hinweise für den Umstand, dass die Beimischung eines Hedgefonds zu einem gut aufgestellten Portfolio eine Bereicherung für den Anleger sowohl hinsichtlich der Rendite als auch hinsichtlich des Risikos darstellt. Der Grund liegt in der von den Finanzmärkten zumindest prinzipiell unabhängigen Entwicklung der Hedgefonds, da diese von sämtlichen Kursbewegungen profitieren können bzw. sich ganz fernab des Aktienmarktes in Derivaten bewegen.

In der BRD partizipieren Anleger in der Regel über ein Hedgefondszertifikat an der Performance der Produkte. Welches Underlying nun geeignet für ein Investment ist, hängt – wie immer in solchen Fragen – stark von den Bedürfnissen des Anlegers bzw. seinem Anlageprofil ab. Dennoch lassen sich einige grundsätzliche Ansätze erkennen, die ein Hedgefonds bieten sollte. Die Vergangenheitsperformance des Fonds sollte überdurchschnittlich gut sein und auch während der heftigen Turbulenzen zu Beginn dieses Jahres nicht gelitten haben. Eine solche Konstanz ist zumindest ein brauchbares Indiz für eine marktunabhängige Strategie. Das Management sollte weiterhin seine Expertise bereits früher unter Beweis gestellt haben.

Schließlich ist ein Blick auf die generelle Strategie sowie das Risikomanagement erforderlich, um die Chancen eines Hedgefonds einigermaßen zuverlässig einschätzen zu können. Die Strategie sollte eine brauchbare Auswahl der Vermögenswerte in den Vordergrund darstellen, die logisch fundiert ist (und nicht nur auf den ersten Blick danach aussieht) und die sich auch empirisch bereits bewährt hat). Gleichzeitig sollte eine wirksame Strategie zur Verlustbegrenzung gefahren werden, die nicht nur vertikale, sondern auch horizontale Elemente aufweist, also zum Beispiel pro Kalendermonat oder Handelswoche nur einen bestimmten maximalen Verlust zulässt. Die vergangenen Gewinne sollten aus möglichst vielen Transaktionen stammen, damit die Wahrscheinlichkeit einer nur zufällig hohen Wertentwicklung gering ist. Auch das Verhältnis von Gewinn- zu Verlusttrades sollte Vertrauen schaffen, genauso verhält es sich bei einem guten Hedgefonds mit der Ratio aus Gewinn- und Verlustmonaten.

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