Ein Vermögen bilden mit Fonds – ein Leitfaden für Neulinge
Ein Vermögen hätte wohl jeder gern. Wenn es darum geht, zu einem zu kommen, bleibt in der Regel nur die Möglichkeit, durch konsequentes Sparen eine erkleckliche Summe auf dem Konto anzuhäufen. Mit umsichtigen Investitionsentscheidungen können Anleger den Weg zur ersten Million verkürzen. Dieser Leitfaden soll Anlegern, die mit der Materie des Geldanlegens bislang kaum oder gar nicht in Kontakt geraten sind, bei den ersten Schritten in Richtung eines professionellen Anlagemanagements als Informationsquelle dienen.
Das Spektrum der für den Privatanleger zugänglichen Fonds hat sich in den letzten Jahren dramatisch erweitert. Kaum einen Anlageschwerpunkt lässt die Finanzindustrie außen vor, wenn es darum geht, die Vermögen der Anleger in aussichtsreichen Anlagen zu positionieren. So existieren allein in Deutschland mehr zum Erwerb zugelassene Fonds, als es Aktiennotierungen an der Börse gibt. Über in diesem Bereich schwerpunktmäßig tätige Banken können private Investoren an die siebentausend Produkte erstehen. Angesichts dieser überwältigenden Vielfalt ist eine genauere Betrachtung der einzelnen Arten von Fonds angebracht. Diese unterscheiden sich beträchtlich im Hinblick auf ihre Tätigkeiten sowie die damit verbundenen Chancen und Risiken.
Was macht ein Fonds? Er sammelt das Geld von vielen Anlegern ein und investiert es in bestimmte Anlageklassen mit dem Ziel, für die Anleger eine bestmögliche Rendite zu erwirtschaften bzw. das Kapital ohne überhöhtes Risiko beständig zu mehren. Für Kleinanleger stellen Fonds die einzige Möglichkeit dar, mit einem vertretbaren Risiko und zu adäquaten Kosten in ganz verschiedene Märkte zu investieren. Mit einer kleinen Anlagesumme kann beispielsweise kein gut strukturiertes Aktienportfolio konstruiert werden, da nur eine oder zumindest sehr wenige Unternehmensanteile gekauft werden können und so das Risiko auf bestimmte Unternehmen konzentriert ist. Mit anderen Worten: Während der Kleinanleger an sich an der Börse nur auf ein Pferd setzten kann, ist es ihm über die Investition in einen Fonds möglich, an vielen verschiedenen werten zu partizipieren. Im folgenden Abschnitt sollen die wesentlichen Fondsgattungen kurz vorgestellt werden, damit der Leser einen Eindruck von der Breite des ihm offenstehenden Anlageuniversums bekommt.
Aktienfonds
Aktienfonds stellen die wohl bekannteste Form von verwaltetem Sondervermögen dar. Sie investieren das ihnen anvertraute Kapital vollständig in Aktien. Das Ziel eines Aktienfonds ist dabei die konsequente Mehrung des Anlegerkapitals. Diese kann sowohl durch Kurssteigerungen der im Fondsportfolio befindlichen Aktien realisiert werden als auch durch Dividendenzahlungen. Aktienfonds sind in rechtlicher Hinsicht genauso Aktionäre eines Unternehmens, dessen Anteile sie besitzen, wie es jeder andere auch wäre. Da sie gelegentlich sehr viele Aktien einer Firma besitzen, verfügen sie auch über einen erheblichen Anteil der Stimmrechte auf der Jahreshauptversammlung der Aktiengesellschaft und können so Einfluss auf den Werdegang eines Unternehmens ausüben.
Aktienfonds versprechen laut den meisten empirischen Untersuchungen in der langfristigen Perspektive die höchsten Renditen. Sie unterliegen allerdings auch einer gewissen Schwankungsbreite, da auch die Aktienmärkte mitunter etwas turbulent verlaufen.
Diese Art von Fonds ist insbesondere für diejenigen Anleger gut geeignet, die langfristig anlegen möchten und sich eine hohe Rendite versprechen, für die sie auch bereit sind, gewisse Wertschwankungen in Kauf zu nehmen. Bei der Altersvorsorge sollten Aktienfonds laut der Meinung vieler Experten eine fundamentale Rolle einnehmen, insbesondere bei jüngeren Anlegern.
Wie das Anlageprofilderlei Produkte sich im Einzelnen gestaltet, kann nicht pauschal gesagt werden. Vielmehr hängt dies vom genauen Anlageschwerpunkt des Fonds ab. In dieser Hinsicht existieren vielfältige Unterschiede, die Anlegern bekannt sein sollten. Daher werden die wesentlichen Typen von Aktienfonds hier kurz dargestellt.
Blue Chip Fonds
Ein auf Blue Chips fokussierter Fonds investiert das Kaptal der Anleger in die Aktien großer und renommierter Unternehmen. Diese werden im Finanzjargon oft Blue Chips genannt. Solche Aktienfonds sind von ihrer Ausrichtung her damit im konservativen Bereich der Aktieninvestments anzulegen, da große Unternehmen in der Regel seltener Insolvenz anmelden und zudem verlässlichere Erträge versprechen als beispielsweise junge Unternehmen in der Gründungsphase. Auch gestalten sich die Erträge von Blue Chip Fonds relativ stabil, weil die Aktien im Portfolio vergleichsweise hohe Dividenden ausschütten.
Langfristig versprechen solche Produkte attraktive Renditen. Der Deutsche Aktienindex beispielsweise, in dem ausschließlich Blue Chips enthalten sind, konnte in den vergangenen zwanzig Jahren eine durchschnittliche jährliche Rendite von elf Prozent verzeichnen.
Investitionen in einen solchen Fonds sollten am besten in der Absicht einer langfristigen Geldanlage getätigt werden, da die Aktien im Fonds im Zeitverlauf Kursschwankungen unterliegen. Anleger sollten bereit und in der Lage sein, solche Bedingungen auszuhalten.
Blue Chip Fonds werden von sehr vielen Fondsgesellschaften ausgegeben und tragen in der Regel auch entsprechende Namen. Für den Anleger ist bei dieser Fondsgattung auch der Umstand interessant, dass er mit hoher Wahrscheinlichkeit die Unternehmen, in die sein Kapital durch das Fondsmanagement investiert wird, zum Teil kennt, da es sich dabei ausschließlich um in Europa oder Nordamerika und Japan ansässige Firmen handelt.
Nebenwertefonds
Eine Alternative zu der Investition in Großunternehmen bieten so genannte Nebenwertefonds. Diese investieren in Aktien von Firmen aus der „zweiten Reihe“. In der Regel handelt es sich dabei um gut eingeführte mittelständische Unternehmen ganz verschiedener Branchen, deren Marktkapitalisierung sich in einem deutlich geringeren Bereich bewegt als bei den vorgenannten Blue Chips. Da kleinere Unternehmen bessere Wachstumschancen haben, ist auch die Renditeerwartungen einen Nebenwertefonds höher. Hier muss der Anleger aber auch ein höheres Risiko in Kauf nehmen. So ist es nicht auszuschließen, dass auch mal das ein oder andere im Fonds vertretene Unternehmen in Schwierigkeiten gerät und die Aktien erheblich an Wert verlieren.
Dieser Umstand sowie die im Regelfall im Vergleich zu Großunternehmen niedrig ausfallenden Dividenden führen zu in turbulenten Marktphasen zeitweise erheblichen Wertschwankungen, derer sich interessierte Anleger im Vorfeld einer Investition bewusst sein sollten. Nebenwerte bieten aber attraktive Chancen und sollten in einem wachstumsorientierten Depot auf lange Sicht nicht fehlen.
Es existieren erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Fonds, was die Größe der unternehmen angeht, in die investiert wird. So können von Neuemissionen mit einer Marktkapitalisierung von nur wenigen Millionen Euro bis hin zu Unternehmen mit Milliardenumsätzen nahezu alle Schwerpunkte vertreten sein. Einzelheiten entnimmt der Interessent am besten dem offiziellen Emissionsprospekt, der von der Fondsgesellschaft jederzeit bereitgehalten wird, oder fragt einen fachkundigen Bankberater.
Emerging Market Fonds
Der Begriff Emerging Markets bezeichnet Länder und Regionen, die an der Schwelle zum Status einer Industrienation stehen. Diese Länder sind meist durch besonders hohe Wachstumsraten der Volkswirtschaft geprägt. Dementsprechend verzeichnen auch die in diesen Ländern ansässigen Aktiengesellschaften hohe Zuwächse bei Umsatz und Gewinn. Ein Emerging Market Fonds investiert zielgerichtet in Schwellenländer und verspricht so langfristig Renditepotenziale, die deutlich über dem Durchschnitt liegen.
Investitionen in Emerging Markets sind im Zuge der Globalisierung aus professionellen Portfolios kaum noch wegzudenken. Die Nationen, die an der Schwelle zum Wohlstand stehen haben eine große Zukunft vor sich und gleiches gilt selbstredend auch für die Unternehmen die sich dort etabliert haben. Anleger können im langjährigen Betrachtungswinkel bei derlei Investitionen mit Wertzuwächsen im zweistelligen Prozentbereich rechnen. Diese attraktiven Bedingungen erfordern allerdings auch eine gesteigerte Risikotoleranz auf Seiten der Anleger. Die Aktienmärkte in Emerging Markets neigen gelegentlich zu heftigen Kurskorrekturen, die sich auch in der Wertentwicklung eines entsprechend ausgerichteten Fonds bemerkbar machen. Dieser Umstand verstärkt sich noch durch die Tatsache, dass die meisten Aktiengesellschaften in Schwellenländern ihre Gewinne aufgrund des starken Wachstums direkt reinvestieren und so die Dividenden entweder sehr spärlich ausfallen oder sogar gar nicht ausgeschüttet werden.
Langfristig orientierte Geldanleger sollten sich die herausragenden Perspektiven derlei Investments jedoch nicht entgehen lassen. Ein Blick auf die historische Entwicklung der Aktienkurse der heutigen Industrienationen lässt erahnen, welches ungemeine Potenzial in den Emerging Markets steckt.
Die Regionen, die durch entsprechende Fonds abgedeckt werden, sind sehr unterschiedlich. So gibt es Fonds, die sich auf einzelne Länder konzentrieren genauso wie Produkte, die in allen Schwellenländern vertreten sind. Eine besondere Stellung nehmen in diesem Bereich die so genannten BRIC Fonds ein. Der Begriff steht für die aneinander gereihten Anfangsbuchstaben der Länder Brasilien, Russland, Indien und China und investiert auch ausschließlich dort. Mit einem solchen Fonds werden Nationen abgedeckt, die rund ein Drittel der Weltbevölkerung repräsentieren. Die strukturellen Veränderungen in diesen Ländern sowie das starke Wachstum der Wirtschaftsleistung versprechen Anlegern hohe Renditepotenziale. Auch hier sei jedoch ausdrücklich erwähnt, dass in allen diesen Ländern die Aktienmärkte sehr volatil sein können und Investoren auch mit zeitweisen Rückschlägen rechnen müssen. Insbesondere in der langfristigen Perspektive stellen BRIC Fonds aber eine gelungene Ergänzung des Depots dar.
Branchenfonds
Branchenfonds investieren ausschließlich in Anteile von Unternehmen einer bestimmten Branche. So kann der Fokus zum Beispiel komplett auf Bankentitel oder Logistikunternehmen gelegt werden. Derlei Fonds sind für Anleger geeignet, die einem bestimmten Marktsegment besonders gute Chancen zutrauen und daher von einem Investment in diesen Sektor überzeugt sind. Die Entwicklung des Fonds ist streng gekoppelt an die Entwicklung der Aktien des jeweiligen Segments. Entwickeln sich die Papiere gut, trifft dies auch auf den Fonds zu und vice versa.
Anleger sollten aus Gründen der Risikostreuung besser nicht ihr gesamtes Kapital in eine Branche investieren, da bei einer ungünstigen Marktentwicklung in dem Segment überdurchschnittliche Verluste drohen.
Strategiefonds
Strategiefonds legen das ihnen anvertraute Kapital im Sinne einer festgelegten Anlagestrategie an. So kann der Fokus des Produkts zum Beispiel auf der Investition in Aktien mit besonders hoher Dividendenrendite liegen oder sich auf Investments im Sinne des konjunkturellen Zyklus konzentrieren.
Auch das konsequente Investieren in Unternehmen mit einem bestimmten Geschäftsgegenstand ist ein Beispiel für Branchenfonds. So existieren beispielsweise solche Produkte, die in Aktien positioniert sind, deren Unternehmen mit Erneuerbaren Energien zu tun haben. Die Abgrenzung zum Branchenfonds verläuft fließend. Ein wesentlicher Unterschied besteht im genannten Beispiel oft darin, dass ein Fonds zum Breispiel nicht nur in Konstrukteure von Analgen zur Erzeugung von Windenergie investiert, sondern auch solche Unternehmen in sein Portfolio aufnimmt, deren Spezialgebiet die Wartung solcher Anlage ist.
Die Investition in einen Strategiefonds sollte nur dann erfolgen, wen sich der Anleger mit der vom Management des Fonds verfolgten Strategie auch identifizieren kann. Auch sollte der Anteil solcher Produkte am Gesamtvolumen des Depots nicht allzu groß sein, da das Risiko, das mit einer solchen Position verbunden ist, nicht selten nur schwer einzuschätzen ist.
Eine gute Strategie verspricht aber durchaus die Chance auf Renditen, die dauerhaft das allgemeine Marktniveau übertreffen. Anleger sollten bei der Auswahl eines Strategiefonds darauf achten, dass das Management bereits Erfolge in dem jeweiligen Segment vorweisen kann und dass auch eine gewisse ökonomische Plausibilität gewährleistet ist.
Sind diese Voraussetzungen erfüllt, steht der bedachten Beimischung eines Strategiefonds zum Depot nicht im Wege. Investoren sollten aber auch hier mit Schwankungen in der Wertentwicklung rechnen und ihren Fokus vor allem auf den langfristigen Erfolg legen.
Rentenfonds investieren nicht in Unternehmensanteile wie es Aktienfonds tun, sondern investieren die Gelder der Anleger in verzinsliche Wertpapiere. Diese bestehen in der Regel aus einem Mantel, der das Recht auf die Rückzahlung des Nennbetrages zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft verbrieft, sowie einem so genannten Kupon, der den Anspruch auf laufende Zinszahlungen darstellt.
Verzinsliche Wertpapiere werden von ganz verschiedenen Emittenten ausgegeben. So finden sich unter den Schuldnern sowohl Unternehmen aller Branchen als auch Gebietskörperschaften wie Kommunen, Länder oder Staaten.
Rentenfonds investieren ihr Kapital in diese Papiere mit dem Zweck, das Vermögen zu mehren. Dies geschieht zum eine durch die laufenden Zinszahlungen als auch durch etwaige Kursanstiege der Wertpapiere. Wie auch bei Aktienfonds existieren in diesem Segment verschieden Anlageschwerpunkte. So konzentrieren sich manche Fonds auf Positionen in Staatspapieren bester Bonität und andere wiederum investieren in Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Analog zu Aktienfonds steigt mit dem Risiko die Rendite. Insgesamt bieten Rentenfonds durch die Streuung des Risikos eine attraktive Möglichkeit für Anleger, im verzinslichen Bereich ohne allzu großes Ausfallrisiko tätig zu werden. Insgesamt weisen Rentenfonds eine geringere Schwankungsintensität auf als ihre Verwandten im Aktienbereich. Die Renditen sind im langfristigen Vergleich allerdings auch geringer.
Rentenfonds gehören in jedes breit aufgestellte Depot, da sie die Erträge des Portfolios stabilisieren und ein anderes Wertentwicklungsprofil verzeichnen als Aktienfonds.
Konservativ ausgerichtete Anleger decken den verzinslichen Anteil ihrer Anlagen mit einem auf Staatspapiere aus Industrienationen fokussierten Fonds ab, während risikotolerantere Investoren ihren Blick auf die Schwellenländer richten.
Mischfonds stellen einen Kompromiss zwischen den beiden voran vorgestellten Varianten, Aktien- und Rentenfonds, dar. Sie investieren das Geld der Anleger sowohl in Renten als auch in Aktien. Dabei stehen dem Anleger sowohl Produkte zur Verfügung, die nach einem festen schlüssel die Gewichtung der Anlageklassen vornehmen als auch solche, die diese Entscheidung abhängig von der jeweiligen Marktsituation machen.
Mischfonds bieten so die Chance auf eine ausgewogenere Wertentwicklung. Je nach Gewichtung von Aktien und Renten im Portfolio fällt dieser besser oder schlechter aus. Auch im Bereich der Mischfonds existieren erhebliche Unterschiede im Hinblick auf Anlageschwerpunkt und Risikoprofil.
So kann auch hier gewählt werden zwischen konservativ agierenden Produkten und solchen, die eine aggressivere Anlagestrategie verfolgen. Für eine langfristige Anlage sind Mischfonds prinzipiell gut geeignet, da sie vielseitig sind und durch den Rentenanteil auch konstante Erträge erwirtschaften können. Mit dem Aktienanteil ist allerdings auch eine erhöhte Anfälligkeit für Kursschwankungen verbunden.
Anleger sollten sich vor dem Einstieg in ein solches Produkt ein klares Bild von der vom Management vertretenen Strategie machen.
Dachfonds
Dachfonds investieren nicht in Aktien oder Anleihen , sondern kaufen Anteile an anderen Fonds. Dies können sowohl Aktien- als auch Rentenfonds sein. Derlei Konstruktionen bieten dem Anleger eine sehr breite Streuung der in Kauf genommenen Risiken , weil ein sehr breites Anlagespektrum wahrgenommen werden kann. Dieses kann sich analog zu gewöhnlichen Fonds auch auf bestimmte Segmente konzentrieren. Für eine langfristige und passive Kapitalanlage sind Dachfonds gut geeignet. Zwar schwindet durch die breite Aufstellung die Chance auf eine Outperformance. Die Wertentwicklung eines Dachfonds ist jedoch im Gegenzug sehr viel konstanter als die gewöhnlicher Produkte und bildet die Gesamtentwicklung eines bestimmten Sektors sehr realitätsnah ab, weil Verzerrungen durch einzelne Managemententscheidungen nicht so stark ins Gewicht fallen und so eine konstantere und weniger von unsystematischen Risiken betroffene Investition erfolgt.
Dachfonds existieren zu den unterschiedlichsten Themen. Sowohl ausgewählte Regionen und Branchen können abgebildet werden als auch bestimmte Strategien.
Hedgefonds unterscheiden sich von anderen Produkten im Wesentlichen durch den Umstand, dass die nicht nur in Aktien oder Anleihen investieren können, sondern auch Geschäfte ganz anderer Art tätigen können. So steht es dem Management eines Hedgefonds frei, Spekulationen am Terminmarkt zu tätigen oder sich Aktien bestimmter Unternehmen auszuleihen und diese dann in der Hoffnung auf fallende Notierungen zu veräußern.
Hedgefonds weisen folglich ein vollkommen anderes Risikoprofil auf als herkömmliche Fonds. Sie sollten daher auch keinen zu großen Teil des Vermögens binden. Die Renditeerwartung dieser Produkte ist stark abhängig von der verfolgten Strategie. In dieser Hinsicht ist das Spektrum, dass dem Anleger zu Verfügung steht, nahezu unerschöpflich. Von vollständig auf Computeranalysen gestützten Handelssystem bis hin zu an die Nachrichtenlage geknüpften Strategie existiert nahezu alles.
Vor der Investition in einen HEDGEFONDS SOLLTEN Anleger sich darüber klar sein, was dieser eigentlich tut. Eine ausführliche Lektüre des Emissionsprospekts ist daher zwingend notwendig. Hegefonds bieten dem Anleger den Vorteil, dass sie unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklung eine attraktive Rendite erwirtschaften können. Sie bergen aber auch erhebliche Verlustrisiken und sind daher besser für erfahrene Anleger geeignet.
Wer in einen Hedgefonds investieren will, kann durch den Einstieg in einen entsprechenden Dachfonds das Risiko etwas senken. Sofern der Dachfonds viele von der allgemeinen Marktentwicklung abgekoppelte Produkte in seinem Portfolio führt, kann eine solche Beimischung zu einer besseren Struktur des Chance-Risiko-Verhältnisses im Depot beitragen.
In Deutschland ist der direkte Erwerb eines Hedgefonds für Privatanleger schwierig. Der Einstieg erfolgt daher in der Regel über ein auf einen solchen Fonds lautenden Zertifikats.
Exchange Traded Funds
Exchange Traded Funds, kurz ETF, stellen eine relative neue Anlageoption dar und beziehen sich immer auf einen konkreten Index, wie zum Beispiel den Deutschen Aktienindex. Der Fonds gewichtet die Wertpapiere in seinem Portfolio exakt so, dass die Wertentwicklung des jeweiligen Aktienindexes eins zu eins abgebildet wird. Der Vorteil für den Anleger liegt zum einen in der fortlaufenden Notierung der ETFs, da auch der zugrunde liegende Index in sehr kurzen Zeitintervallen berechnet wird. So können diese Fonds laufend während einer Börsensitzung ge- oder verkauft werden, während dies bei herkömmlichen Produkten nur zu bestimmten Zeitpunkten und auch viel seltener der Fall ist.
Zum anderen aber sind diese Fonds nicht mi einem so hohen Ausgabeaufschlag versehen wie ihre verwandten Produkte, da ein aktives Management bei ETFs entfällt und die so gesparten kosten an den Kunden weitergegeben werden können. Während bei normalen Fonds bis zu fünf Prozent der Anlagesumme zu Beginn des Investments an die Fondsgesellschaft fließen, begnügen sich ETFs mit weniger als einem Prozent. Auch die laufende Verwaltungsgebühr fällt deutlich geringer aus. Da die meisten Fonds ihren als Benchmark dienenden Index nicht schlagen, bietet sich eine Investition direkt in den Index geradezu an.
Diese Produkte eignen sich insbesondere für die Altersvorsorge gut, weil sie einen langfristigen Horizont bieten und die empirischen Untersuchungen bestätigen, dass die großen Aktienindizes auf lange Sicht eine positive Entwicklung verzeichnen. Explizit sei hier der Staus eines ETFs als Sondervermögen, der das Kapital der Anleger auch im Falle einer wirtschaftlichen Schieflage der Fondsgesellschaft vor dem Zugriff eventueller Gläubiger schützt.
Bei den artverwandten Indexzertifikaten, die ebenfalls eine Indexentwicklung nachvollziehen, ist dies nicht der Fall. Diese stellen vielmehr einfache Inhaberschuldverschreibungen dar, die bei einem Bankrott des Emittenten in die allgemeine Insolvenzmasse einfließen. Folglich eignen sich für Indexorientierte Anleger besonders in der langfristigen Perspektive ETFs deutlich besser als Indexzertifikate.
Fondssparpläne
Der Aufbau der privaten Altersvorsorge ist wie jeder kontinuierliche Vermögensaufbau von dem Umstand gekennzeichnet, dass nicht einmalig eine größere Summe in den Markt investiert wird, sondern dass vielmehr in regelmäßigen Intervallen relativ kleine Beträge dem Depot zugeführt werden.
Im Fondsbereich haben sich deshalb Fondssparpläne etabliert. Dazu eröffnet der Anleger bei einem Kreditinstitut ein Depot und vereinbart die monatliche Abbuchung des gewünschten Betrages von seinem Konto. Das Geld wird dann laufend in vom Anleger ausgewählte Fonds investiert und summiert sich im Laufe der Zeit zu einer stattlichen Summe.
Fondssparpläne gestalten sich im Hinblick auf die gesparten Beträge sowie die Zahlungsintervalle meist sehr flexibel. So kann der Anleger einen solchen Sparplan in der Regel auch jederzeit kündigen, ohne Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Eine Verpflichtung wie zum Beispiel bei Abschluss einer Privaten Rentenversicherung besteht nicht.
Meist fallen einige Gebühren für die Unterhaltung eines Fondssparplans an.
Neben der Flexibilität bieten derlei Maßnahmen zum Vermögensaufbau dem Anleger noch weitere Vorteile. Zum einen wird ihm die Möglichkeit geboten, auch mit sehr kleinen Beträgen eine professionelle Anlagestrategie zu verfolgen, was anderweitig kaum möglich ist. Darüber hinaus führt die Verteilung der Anlagesumme auf viele verschiedene Zeitpunkte zu dem vorteilhaften Effekt, dass in Zeiten hoher Kurse weniger Anteile an einem Fonds erworben werden, während in Schwächephasen des Marktes mehr gekauft wird. Diese den Portfolioertrag glättende Komponente wird auch Cost Average Effekt genannt.
Andere Arten von Fonds
Neben den bereits erläuterten Fondskategorien existieren noch weitere Produktgattungen. Diese sollen hier nur kurz vorgestellt werden, um den Rahmen nicht zu sprengen und nicht zu viel Information auf einen Schlag zu liefern, was regelmäßig zu Unübersichtlichkeit führt.
Daher wird nur kurz der Anlagegegenstand der Produkte dargestellt.
Rohstofffonds
Diese Fondsgattung investiert in Rohstoffe. In den letzten Jahren hat sich das Spektrum an Rohstofffonds, das dem gemeinen Anleger zugänglich ist, erheblich erweitert. Es gibt im Wesentlichen zwei Möglichkeiten für die Produktmanager, in die Wertentwicklung von Rohstoffen zu investieren. Zum einen können Rohstoffe physisch erworben werden. Dies ist allerdings nur bei Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin ohne weiteres möglich, weil sich die Metalle zu geringen Kosten auch für lange Zeiträume lagern lassen.
Die andere Variante besteht in Investment in Terminkontrakte, die auf die entsprechenden Rohstoffe lauten. Hier bestehen aber wiederum ganz besondere Risiken, so dass weniger erfahrene Privatanleger besser die erste Variante vorziehen.
Eine Investition in Rohstoffe bietet einen Schutz vor Inflation, da diese meist mit steigenden Rohstoffpreisen verbunden ist. Im Gegenzug kann der Anleger aber von Edelmetallen und Co. Weder zinsen noch Dividenden erwarten. Kurssteigerungen stellen die einzige Möglichkeit dar, Wertsteigerungen zu realisieren.
Rohstoffe beinhalten einige besondere Risiken und erfordern für eine dauerhaft erfolgreiche Anlage ein weitergehendes KnowHow, so dass Anleger gut daran tun, diese Anlageklasse nicht mit einem allzu starken Gewicht im Depot abzubilden.
Immobilienfonds investieren in Bestandsimmobilien oder Neubauprojekte und versuchen, durch laufende Einnahmen in Form von Mieten sowie durch Verkaufserlöse einen guten ertrag zu erwirtschaften. Diese Fonds sind mit einem relativ geringen Risiko behaftet, sofern sie in inländische Immobilien investieren und das Management von hoher Qualität ist.
Fazit
Fonds bieten dem Privatanleger eine Fülle von Möglichkeiten, eine professionelle Kapitalanlage zu betreiben und so finanzielle Ziele in einem überschaubaren Zeitraum zu realisieren. Doch auch die Weitegabe der Verantwortung an das Fondsmanagement befreit den Anleger nicht vollständig von der Notwendigkeit, sich mit der fachlichen Seite auseinanderzusetzen. Nur gut informierte Anleger können überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.
Dennoch eignen sich Fonds auch als passives Investment für solche Anleger, denen die ständige Lektüre der Finanznachrichten weniger liegt. Hier ist es lediglich erforderlich, das gewählte Produkt auf die individuelle Risikotoleranz des Sparers sowie seinen zeitlichen Anlagehorizont abzustimmen. Mit einem guten Fonds kann so ohne weiteres ein Vermögen aufgebaut werden.
gepostet um 18:40